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Was macht eigentlich ein Bauprojektleiter?
Frank Imsande ist „Projektleiter Bau“ für den Ersatzneubau Oberbachern – Ottenhofen und verantwortet die technische Seite des Leitungsbaus. Lesen Sie hier, was ihn und seine Kollegen in der Bauplanung beschäftigt und welche Herausforderungen das Projekt mit sich bringt.
Frank Imsande ist viel unterwegs. Drei bis vier Tage die Woche verbringt der 48-Jährige außerhalb seines Büros, das ist Teil seines Jobs. Als Projektleiter Bau hat Frank mit vielen Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu tun, und das nicht selten vor Ort. Sein Aufgabenbereich umfasst die Koordination von und mit Baufirmen, die Organisation der Kollegen aus der Baugruppe und vor allem die interne Abstimmung der Planung von Anfang an – damit später beim Bau keine Überraschungen auftreten. „Das Team ist bei uns im Bau besonders wichtig, weil du mehr Zeit mit deinen Kollegen verbringst als mit der Familie“, sagt er.
Das Projektbüro, immer in räumlicher Nähe der Projektbaustelle, ist dabei der Dreh- und Angelpunkt. „Du musst ja immer projektnah sein und kannst nicht täglich 200 oder 300 Kilometer fahren.“ Die Kollegen kommen dabei aus allen Teilen Deutschlands, Teamwork ist essenziell. „Da mache ich mir keine Gedanken, auch wenn ich mal nicht direkt vor Ort bin. Solange sich niemand meldet, läuft alles.“
Dabei ist der gelernte Zimmermann große Distanzen schon lange gewöhnt. Nach der Ausbildung ging es für ihn in den Industrie-, Stahl- und Hochbau, bis es ihn 2006 schließlich in den Freileitungsbau zog. Nach Stationen in Thailand, Vietnam, Kenia oder Äthiopien arbeitet Frank seit 2016 bei TenneT und ergänzt seit einigen Jahren das Team von Oberbachern – Ottenhofen. Erst unterstützend, seit 2024 offiziell als Projektleiter für den Bau. An seinem Job reizt ihn die Abwechslung: „Man ist schon bei der Planung mit eingebunden, macht Tiefbau, Hochbau und Wegebau. Es ist so ein vielfältiger Beruf. Plus eben die Kollegen, das ist auch ein großes, wichtiges Puzzleteil.“
„Mit sechs Stromsystemen ist das Projekt sehr anspruchsvoll“
Als technischer Verantwortlicher für den Ersatzneubau muss Frank mit den Besonderheiten der Leitung bestens vertraut sein. Dazu zählen etwa die besonders dimensionierten Masten, die insgesamt sechs Stromkreise aufnehmen müssen. „Das ist schon eine schwere Leitung, das macht das Projekt sehr anspruchsvoll. Aber auch wirklich interessant, weil wir auch die Provisorien etwas anders auslegen müssen, damit durchgehend Strom fließt“, erläutert er. Zudem verläuft ein Ersatzneubau auch über weite Strecken in der Nähe der Bestandstrasse. Das sei auch herausfordernd, „weil wir sehr viel trassengleich bauen. Das muss man sich so vorstellen: Es gibt Teilbereiche, die man temporär verlegen muss, um Baufreiheit zu schaffen.“ Kreuzungen zwischen der alten und neuen Trasse, aber auch anderer Leitungen werden etwa durch Baueinsatzkabel realisiert. Darüber kann dann ungestört weitergearbeitet werden. Auch diese Maßnahmen mit den entsprechenden Betreibern wie dem Bayernwerk abzustimmen ist Franks Aufgabe.
An der Technik des Leitungsbaus hat sich in den letzten Jahren wenig geändert. „Eigentlich macht man das seit fast 100 Jahren auf die gleiche Art und Weise. Nur die Technologie ändert sich: Wir haben mittlerweile sehr fein gesteuerte Maschinen, etwa für den Seilzug. Früher mussten wir vieles händisch machen, was wir heute zum Beispiel mit Mobilkränen schaffen.“
Nächster Schritt: Baugenehmigung
Der nächste Meilenstein für Frank und sein Team ist der Planfeststellungsbeschluss. Dieser entspricht einer Baugenehmigung. Dann geht Franks Arbeit vor Ort erst so richtig los: „Ohne Einwendungen wird das Verfahren nicht funktionieren“, weiß er. „Wir hoffen aber natürlich, dass wir in den letzten Jahren alle großen Stakeholder abgeholt haben, und dadurch das Verfahren etwas schneller und sauberer hinbekommen.“ Überraschungen in der eigentlichen Bauphase erwartet er keine – bis auf Schaltungen, die nicht wie geplant gegeben werden. „Manchmal, wenn der Boden durchnässt ist, oder ein Fels tief im Boden auftaucht, dann müssen wir im Fundamentbau von der geplanten Variante umschwenken. Aber sonst? Nicht wirklich.“ Schließlich wird vorab alles bestmöglich geplant und untersucht. Auch mit den Menschen vor Ort pflegt Frank möglichst gute Kontakte. Wenn der Ersatzneubau fertiggestellt und in Betrieb ist, ist Franks Einsatz übrigens noch nicht zu Ende, denn: „Dann folgt der Rückbau. Er läuft wie der Neubau ab, nur genau rückwärts.“
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