Unser Team

Christoph Meyr

Umweltplaner

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Natur- und Umweltschutz hat bei der Planung unseres Projekts einen hohen Stellenwert. Die entsprechenden Berichte und Fachgutachten sind ein zentraler Bestandteil der Planfeststellungsunterlagen und damit entscheidend für die Genehmigungsfähigkeit unserer Planungen. Umweltplaner Christoph Meyer sorgt dafür, dass wir allen Ansprüchen bestmöglich gerecht werden.

​Christoph Meyr

Zur Person

Christoph Meyr ist 43 Jahre alt und arbeitet für das Umweltplanungsbüro Froelich & Sporbeck in Augsburg. Als Projektleiter sind er und sein rund 15-köpfiges Team zuständig für die umweltfachliche Begleitung des Vorhabens Oberbachern – Ottenhofen.

Meyr hat schon lange einen engen Bezug zur Umwelt. „Beim Wandern, auf dem Mountainbike – draußen unterwegs zu sein war mir schon immer wichtig“, so Meyr.  Dieser Vorliebe folgend hat er zunächst eine Lehre zum Garten- und Landschaftsbauer begonnen, bevor er sein Fachabitur nachgeholt und schließlich Landschaftsarchitektur studiert hat. Er hat sich dabei auf den Fachbereich Landschaftsplanung spezialisiert. „Von da an hat mich immer interessiert, wie man Erneuerbare Energien mit Natur und Landschaft in Einklang bringen kann. Konkret habe ich mich im Studium beispielsweise damit beschäftigt, wie man Wasserkraft als Erneuerbaren Energieträger nutzen kann – und zwar möglichst umweltverträglich“, erzählt Meyr.

Seine erste Stelle trat er dann auch als Umweltgutachter mit starkem Fokus auf Gewässer und Möglichkeiten der Renaturierung an. Bei den nächsten beruflichen Stationen kamen dann Windkraftprojekte hinzu – der Schritt hin zur Umweltplanung von Höchstspannungsleitungen erscheint da nur konsequent.

Was macht ein Umweltplaner?

„Egal ob es um Leitungsbau geht oder um Schienenbau, um große Photovoltaikanagen oder Kiesabbauvorhaben: bei allen Planungen ist es von zentraler Bedeutung, dass Umweltbelange berücksichtigt werden. Das umfasst nicht nur Naturschutz, sondern auch Landschaftsschutz“, so Meyr. „Wir spielen den ‚grünen Part‘ bei allen Planungen. Das heißt, wir schauen von Anfang an darauf: Wie können Eingriffe in Natur und Landschaft vermieden oder minimiert werden? Und wo das nicht möglich ist: Wie können wir die Eingriffe möglichst wirksam ausgleichen oder ersetzen?“ Meyr und seine Kolleginnen und Kollegen haben dafür insbesondere sensible und geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie Biotope und Schutzgebiete im Blick. Aber auch die Landschaft ist als eigenes Schutzgut zu betrachten.

Zusammen mit den technischen Planern, die für die Trassierung zuständig sind, optimieren die Umweltexperten fortlaufend die Planung. Meyr: „Das beginnt schon bei der Grundlagenerhebung, also Datenrecherche und Kartierung, die die Kolleginnen und Kollegen bei der Trassenplanung möglichst mitberücksichtigen. Wir schauen beispielsweise: Wo ist eine Waldüberspannung mit vergleichsweise hohen Masten sinnvoll, um Eingriffe in hochwertige Biotope zu vermeiden, gleichzeitig aber das Landschaftsbild nicht unnötig zu belasten.“

Was sind Besonderheiten beim Ersatzneubau Oberbachern-Ottenhofen?

Schon beim Blick auf das Satellitenbild vom Projektgebiet wird klar: Die Querung der Isar und der Amper – beides FFH-Gebiete – ist aus umweltplanerischer Sicht eine der anspruchsvollsten Aufgaben. „Grüne Achsen“ nennt Meyr die beiden Gewässer. Auch hier, insbesondere beim Isarauwald, wird wieder deutlich: „Wenn wir diesen schützenswerten, alten Wald überspannen wollen, brauchen wir dafür hohe Masten“, so Meyr. Und Wald ist überall im Projektgebiet wertvoll, denn die betroffenen Landkreise gehören teils zu den waldärmsten in ganz Bayern. 

Eine weitere Besonderheit: Es gilt zahlreiche potenzielle Interessenkonflikte im dicht besiedelten und intensiv genutzten Raum München zu managen. Bestehende Infrastruktur, Freizeit- und Erholungsgebiete, Kiesabbau in der Schotterebene und natürlich Wohnbebauung müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Dazu wechseln die Naturräume häufig: Hügelland, Schotterebene, Gewässer und Moore haben allesamt verschiedene Charakteristika und Ansprüche.

Feintrassierung, Vorbereitung der Planfeststellung - was heißt das konkret für die Umweltplanung?

„Wir Umweltplaner sind von Projektbeginn mit im Boot. Schon während der Grobtrassierung, noch bevor die ersten Maststandorte geplant werden, tauschen wir uns intensiv mit den Kollegen zur umweltverträglichen Trassierung aus. Das klappt bei uns im Projekt auch sehr gut“, erzählt Christoph Meyr. Erste trassennahe Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind daher auch schon lange in Planung. „Was jetzt in der Feintrassierung hinzukommt, ist die Planung der Baustellenflächen, Zuwegungen und Provisorien. Temporäre Nutzungsarten, die aber ein Vielfaches der Fläche in Anspruch nehmen im Vergleich zu den dauerhaften Maststandorten. Dafür können wir jetzt an die Maßnahmenplanung gehen und geeignete Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen suchen, für Eingriffe, die wir nicht vermeiden können.“

Ein Tag im Leben von Christoph Meyr…

 hat für den Projekt- und Teamleiter viel mit Organisation zu tun: Termin- und Kapazitätsplanung, Abstimmungen im Team, mit TenneT als Vorhabenträgerin, mit anderen Dienstleitern und Behörden. Auf fachlicher Seite ging es heute für ihn darum, mögliche Flächen daraufhin zu prüfen, ob sie für Ausgleichsmaßnahmen in Betracht kommen. Grundstücke, die landwirtschaftlich besonders hochwertig sind, kommen eher nicht in Betracht. Auch solche nicht, die ökologisch bereits sehr wertvoll sind, denn dann ist eine weitere Aufwertung schwierig. Schließlich müssen die späteren Maßnahmen auch in bestehende Konzepte der Naturschutzbehörden passen. 

Trotz der komplexen Materie: Die Vielseitigkeit ist einer der Aspekte, die Christoph Meyr besonders an seiner Arbeit mag: „Das Eintauchen in die verschiedenen Facetten und Sichtweisen der Projektmitarbeiter, das macht schon Spaß.“ Auch die Perspektiven der Leute vor Ort sei wichtig, denen Meyr beispielsweise auf den Infomärkten begegnet. Überhaupt: Er ist weiterhin gern draußen. Dort, wo später das Projekt umgesetzt wird – und seine Ideen: „Das ist schon ein gutes Gefühl, wenn man später an der Trasse die Maßnahmen in Realität sieht, die man oft weit vorher geplant hat. Und wenn diese den gewünschten Beitrag dazu leisten, dass Bauprojekte für die Energiewende und Umweltbelange gleichzeitig gelingen.“

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