
Gut zu wissen: Was ist ein Netzbooster?
Netzbooster sind Batteriespeicher an strategisch günstigen Netzknoten und Teil eines innovativen Netzschutzkonzeptes. Im normalen Betrieb kann das Bestandsnetz durch den Einsatz von Netzboostern höher als sonst ausgelastet werden. Kommt es in ihrem Überwachungsbereich zu einer Störung und einer Überschreitung definierter Grenzwerte, können die Netzbooster durch das zeitgleiche Laden und Entladen der Speicher an verschiedenen Standorten kurzfristig für Entlastung sorgen.
So können die Netzbooster die Zeit überbrücken, bis Kraftwerke hochfahren beziehungsweise Offshore-Windparks abgeregelt werden. Viele teure Eingriffe ins Stromnetz lassen sich so vermeiden und bestehende Leitungen können besser ausgelastet werden.
Die ersten Netzbooster sind Pilotprojekte mit dem Ziel der Erprobung und Optimierung von technologischen Anforderungen. Auf diesem Weg sammeln die Netzbetreiber Erfahrungen für ein flächendeckendes Netzbooster-Konzept. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase können die Netzbooster einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten.
Der Netzbooster Ottenhofen
Der Netzbooster in Ottenhofen wird mit einer Kapazität von 100 Megawattstunden (MWh) arbeiten. Er wird unabhängig von der Modernisierung und dem Ausbau des Umspannwerks errichtet. Der geplante Standort befindet sich südlich des bestehenden Umspannwerks. Für den Netzbooster wird eine Fläche von rund zwei Hektar benötigt.
Zunächst wurde die Fläche für den Netzbooster aufgefüllt, damit sie auf einer Höhe mit dem Umspannwerk liegt. Die bauvorbereitenden Maßnahmen sind erfolgreich abgeschlossen.
Vorteile eines Netzboosters
- Höhere Auslastung der Leitungen: Der Netzbooster ermöglicht es, die vorhandene Infrastruktur bestehender Leitungen effizienter zu nutzen.
- Kostenreduktion: Durch die Senkung teurer Eingriffe in den Netzbetrieb können die Stromabnehmer entlastet werden.
- Umweltschutz: Das Netzbooster-Konzept hat das Potential, den Bedarf an zusätzlichen Leitungsausbaumaßnahmen zu senken und so Eingriffe in Natur und Landschaft zu reduzieren.
- Flexibilität: Die Batteriespeicher können auch für netzdienliche Aufgaben wie Blindleistungsbereitstellung genutzt werden.
Fragen und Antworten zum Netzbooster Ottenhofen
Die gewählten Standorte sind strategisch günstige Netzknoten und liegen nördlich beziehungsweise südlich der meisten Engpässe im TenneT-Netzgebiet.
Im Rahmen des Szenarios B 2025 des Netzentwicklungsplans 2030 wurden insgesamt drei Netzbooster-Pilotanlagen anhand des vermiedenen Redispatch-Volumens vorgeschlagen. Zwei davon wurden von der Bundesnetzagentur bestätigt: jeweils ein Netzbooster an den Standorten Audorf/Süd und Ottenhofen sowie ein Netzbooster am Standort Kupferzell.
Ersatzneubau und Netzbooster – warum brauchen wir beides?
Ersatzneubau und Netzbooster – warum brauchen wir beides?
Das Ersatzneubauprojekt Oberbachern-Ottenhofen und der Netzbooster sind unabhängig voneinander. Der Netzausbau ist notwendig, um dezentral produzierten Strom über teils weite Entfernungen zu transportieren.
Die Netzbooster, von denen hier die Rede ist, sind Pilotanlagen, die zur Erprobung der Technologie dienen. Der Netzbooster kann bis 2030 nicht den Ausbau ersetzen, sondern könnte als innovative Technologie einen Beitrag zur Ergänzung des Netzausbaus nach 2030 leisten.
Welche Speichertechnologie wird verwendet?
Welche Speichertechnologie wird verwendet?
Die Anlage in Ottenhofen besteht aus Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die sich in circa 210 Batterieschränken („Cubes“) mit je 16 Batteriemodulen befinden. Jeder Cube hat die Maße von 2,5 x 2,5 x 2,2 Meter und wird durch ein eigenes Feuererkennungssystem überwacht. Zusätzlich wird ein Brandhemmsystem installiert. Dieses basiert auf einem Aerosolsystem für die Löschung von Bränden in der Umgebung des Cubes. So wird die Gefahr des Übergreifens eines Brandes auf die Batterie reduziert.
