
Gut zu wissen: Was ist ein Umspannwerk?
Umspannwerke sind die Dreh- und Angelpunkte unserer Stromversorgung. Hier werden Stromleitungen miteinander verbunden, Strom wird auf verschiedene Spannungsebenen transformiert und weitergeleitet.
Im Prinzip lässt sich unser Stromnetz mit dem Straßennetz vergleichen: Dort gibt es Autobahnen für die großen Distanzen, Bundes- und Landstraßen für mittlere Distanzen und Ortsstraßen, die unsere Häuser miteinander verbinden. Über Kreuzungen und Auf- und Abfahrten sind sie miteinander verbunden. Die Autobahnen für das Stromnetz sind die Höchstspannungsleitungen mit einer Spannung von 220.000 oder 380.000 Volt (entspricht 220 bzw. 380 Kilovolt).
In den Umspannwerken treffen zunächst die Leitungen aufeinander und werden miteinander verbunden – wie an einer Straßenkreuzung. Über Höchstspannungsleitungen mit 220 oder 380 Kilovolt wird die Energie aus den (Groß-) Kraftwerken zu den Umspannwerken transportiert und dort auf das nächstniedrigere Spannungsniveau von 110 Kilovolt transformiert.
Schritt für Schritt zum neuen Umspannwerk
Das Umspannwerk Ottenhofen wird im laufenden Betrieb in mehreren Schritten modernisiert. Zunächst werden nach und nach östlich und südlich des aktuellen Umspannwerks neue Schaltfelder errichtet.
Im Osten des Umspannwerks sind Fundamente und erste Anlagenteile für die neuen Schaltfelder bereits im Bau. Entlang der Südseite des bestehenden Umspannwerks wird derzeit die Längskupplung errichtet; sie dient dazu, die alten Schaltfelder später mit den neuen zu verbinden.
In der nordöstlichen Ecke des Baufelds wurden im März 2026 rund 25 Meter hohe Masten für eine provisorische Leitungseinführung errichtet. Sie ermöglichen es, die Höchstspannungsleitung von Ottenhofen zur Schaltanlage Isar bei Landshut vorübergehend umzulegen. So können die umfangreichen Arbeiten am Umspannwerk in den kommenden Jahren im laufenden Betrieb stattfinden, ohne die Versorgungssicherheit der Region zu beeinträchtigen.
Bereits zum Baustart setzt TenneT auf Boden- und Umweltschutzmaßnahmen: Zuwegungen werden durch lastverteilende Platten geschützt, Arbeitsflächen gezielt aufgeschottert und Oberboden, wo erforderlich, vor Baubeginn abgetragen und separat gelagert. Der bereits errichtete Reptilienschutzzaun am Umspannwerk bleibt bestehen. Über die gesamte Bauphase hinweg sind Fachleute der ökologischen Baubegleitung vor Ort. Erste Kompensationsmaßnahmen laufen bereits: An der neuen Zuwegung zum Umspannwerk entstehen neue Feldgehölze.